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Frankreichaustausch der 8. Klasse mit Nantes, März-April 2017

Mittwoch, 26.04.17

Bereits zum dritten Mal fand in diesem Schuljahr unser Frankreichaustausch mit dem Collège Chantenay in Nantes statt. Nachdem die französischen Austauschpartner uns im Dezember hier in Stuttgart besucht hatten, fuhren wir Ende März bis Anfang April für zehn Tage ins schöne Nantes. Wie in den beiden Vorjahren war es auch diesmal ein sehr gelungener Besuch. Hier einige Fotos und Berichte von unseren Erlebnissen in Nantes:

Mittwoch, den 29.03.2017:
Anreise:
Endlich ging es los!
Wir trafen uns um 8:20 Uhr am Hauptbahnhof. Als der Zug kam, verabschiedeten sich alle von ihren Eltern.



Wir fuhren jedoch erst um 8:54 Uhr los und kamen dann nach eineinhalb Stunden in Straßburg an.





Als Erstes gingen wir zur Bootsanlegestelle, von der wir zu einer Bootsrundfahrt auf der Ill aufbrechen wollten. Nach kurzem Warten durften wir einsteigen. Über Kopfhörer erfuhren wir Vieles über die Stadtgeschichte.





Nach einer Stunde Bootfahren hatten wir noch eine Stunde Freizeit in der Stadt.



Als alle nach der Freizeit wieder da waren, gingen wir zum Bahnhof zurück. Dort holten wir unser Gepäck ab und warteten anschließend noch auf den Anschlusszug. Als der Zug Richtung Nantes kam, stiegen alle ein und nach knapp fünf Stunden Fahrt waren wir fast am Ziel, doch der Zug hatte fünfzehn Minuten Verspätung. Am Bahnhof in Nantes warteten schon die Austauschschüler mit ihren Familien auf uns. Zu Hause bei den Austauschschülern gab es noch Abendessen. Dann war der erste Tag auch schon vorbei.

Donnerstag, den 30.03.2017:
An diesem Morgen fand ein petit-déjeuner (französisches Frühstück) statt. Wir wurden in der Cafeteria der französischen Schüler von der Schulleitung empfangen. Anschließend wurde das Buffet eröffnet. Es gab Croissants, cafe au lait, Käse, usw.







Nach unserem kleinen Frühstück ging es dann in den französischen Unterricht. Wir wurden in Gruppen eingeteilt und gingen in Mathe, Geographie und ähnliches. Manche Schüler von uns haben sogar Arbeitsblätter und dergleichen bekommen. Es war für viele eine interessante Erfahrung, da der Unterricht etwas lockerer ist als in Deutschland.



In der Mittagspause gingen wir in die Kantine essen. Das Essen sah interessant aus, mundete aber manchen besser als anderen.



Danach hatten wir eine Stadtführung gebucht. Unsere Führerin erklärte uns die verschiedenen Arten ein Land zu erobern. Sie führte uns am Schloss der Herzöge der Bretagne und der Kathedrale vorbei und erklärte uns ausführlich die Bedeutung des Sarges von Anne de Bretagnes Eltern.





Freitag, den 31.03.2017:

An diesem Tag haben wir eine Stadtrallye mit unseren Austauschschülern gemacht.
Zuerst wurden wir in Sechser-Teams eingeteilt und mussten dann ein paar Fragen über die Stadt beantworten. Um 11:30 Uhr haben wir uns wieder an der Kathedrale getroffen. Wir sind gemeinsam zur Schule zurückgefahren, wo es um 12:30 Uhr Mittagessen gab.
Um 13:30 Uhr sind wir wieder in die Stadt, zur ,,Île Feydeau". Dies ist eine Insel, die früher zwischen zwei Flußarmen lag, die mittlerweile aufgeschüttet sind, und viel mit dem Sklavenhandel zu tun hatte. Dort bekamen wir eine kleine Führung, bei der wir anschließend Fragen beantworten mussten.



Im Anschluss an die ,,Île Feydeau" besuchten wir ein Denkmal zur Abschaffung der Sklaverei. Das Denkmal war unter der Erde und sah aus wie der Bauch eines Schiffes. Hier gab es wieder ein paar Fragen zu lösen. Über eine kleine Treppe kam man nach unten, wo man viele Zitate und Liedtexte gesehen hat, die mit dem Thema Sklaverei zu tun haben. Am Ende des Denkmales gab es noch eine Zeittafel mit Daten der Abschaffung der Sklaverei und eine Weltkarte aus der Zeit des Sklavenhandels.



Der Sklavenhandel war sehr wichtig und bedeutend in der Geschichte von Nantes, da Nantes durch die Sklaverei erst zu Macht und Reichtum kam. Anschließend sind wir zurück zur Schule, wo die Austauschschüler mit uns nach Hause gingen.

Wochenende (Samstag, 01.04., und Sonntag, 02.04.):
Hier einige Beispiele vom Wochenende in den Familien und unseren unterschiedlichen Aktivitäten:
Am Samstag waren viele von uns in dem Einkaufszentrum ,,Atlantis". Die meiste Zeit haben wir mit Shoppen und Durch-die-Läden-Schlendern verbracht. Außerdem haben wir alle zusammen gegessen. Auch das Wetter war sehr schön, deshalb haben einige von uns den Tag anders ausgenutzt, z. B. in der Stadt….



Am Sonntag waren wir fast alle am Strand. Dort haben wir Muscheln gesammelt, Fotos gemacht und trotz des Windes die Sonne genossen. Leider konnten wir nicht schwimmen, da es noch zu kalt war. Abends haben wir noch einen Spaziergang durch einen Park gemacht.



Das Wochenende lief sehr gut, da wir viel Zeit miteinander verbracht haben und das Wetter schön war.

Montag, den 03.04.2017:
Am Montag, den 3. April, waren wir morgens jeweils eine Doppelstunde in verschiedenen Unterrichtsstunden wie Französisch, Englisch usw. Danach haben wir gemeinsam mit den französischen Schülern ein Sportturnier gemacht. Dabei war man immer gemeinsam mit seinem/r Austauschschüler/in und zwei anderen Pärchen in einer Mannschaft. Wir wurden in zwei große Gruppen eingeteilt. Die eine Hälfte hat gegeneinander Handball und die andere Badminton gespielt.



Währenddessen hat man immer die Punkte mitgeschrieben, so dass am Ende die Gewinnermannschaften gekürt wurden.
Nach dem Mittagessen sind wir ohne die französischen Schüler zu den "Machines de l‘île" aufgebrochen. Am Anfang haben wir noch den Elefanten gesehen, welcher 12 m groß und eines der berühmten Projekte der Künstler ist.



Anschließend wurden uns einige Maschinen, die in einer alten Schiffshalle ausgestellt sind, bei einer Führung gezeigt. Manche von uns durften sie sogar ausprobieren. Das nächste große Projekt der Künstler ist der sogenannte Reiherbaum ("L’arbre aux hérons"). Dieser soll sehr groß werden und Lebewesen wie Ameisen usw. enthalten, die ebenfalls als Maschinen nachgestellt werden. Das Ganze soll in einem ehemaligen Steinbruch in Nantes aufgestellt werden.





Wir hatten großes Glück, denn ein Vater einer französischen Schülerin hat bei den "Machines de l’île" gearbeitet und konnte uns das Atelier zeigen, in das man normalerweise nicht hinein darf. Danach sind wir zum Meerestierekarussell gegangen, welches neben dem bereits erwähnten Elefanten und dem Reiherbaum ein weiteres großes Projekt der Künstler ist und dessen Figuren aus den Romanen von Jules Verne inspiriert sind.
Der Tag war echt schön!!

Dienstag, den 04.04.2017:
Heute haben wir zusammen mit den französischen Schülern einen Ausflug mit dem Reisebus ans Meer nach Saint-Nazaire gemacht. Dort haben wir als Erstes das Kreuzfahrtschiffsmuseum Escal'Atlantic besichtigt. Dabei konnte man ein mit Original-Gegenständen eingerichtetes ehemaliges Linien-Kreuzfahrtschiff besichtigen. Unter anderem haben wir dort auch einen kleinen Film über die Geschichte der Kreuzfahrtschiffe im 20. Jahrhundert gesehen.





Anschließend haben wir ein Picknick am Strand gemacht und sind dann weiter mit dem Bus an einen anderen Strand, Tharon Plage in Saint-Michel-Chef-Chef, gefahren, an dem wir strandgesegelt sind.





Mittwoch, den 05.04.2017:
Am Mittwoch sind wir mit dem Schiff und dem Bus zum "Maison radieuse", einem von dem berühmten Architekten Le Corbusier in den 50er Jahren entworfenen Hochhaus, gefahren. Dort begrüßte uns Florian, der uns durch das Gebäude führte. Das Gebäude wirkt auf den ersten Blick sehr wuchtig und kühl und es ist bis auf die Stützen sehr monoton gestaltet. Florian erklärte uns, dass der Architekt Le Corbusier sich jedoch sehr viel beim Bau gedacht hatte. Ein Beispiel dafür sind die Stützen, die einerseits zur Stabilität dienen, aber andererseits auch den Blick auf die Natur zulassen. Uns wurde gesagt, dass das Haus praktisch ein Dorf sei, welches nicht in die Breite, sondern in die Höhe gebaut wurde. Das Haus ist für seine Zeit sehr modern gebaut, zum Beispiel gehen die Wohnungen durch mehrere Etagen, wie zusammengesetzte Legosteine. Wir wurden in zwei Gruppen aufgeteilt: die eine Gruppe ging in den umliegenden "Park", um Fragen über die Außenanlagen zu beantworten, während die andere Gruppe eine noch original wie in den 50er Jahren eingerichtete Wohnung besichtigte. Auf dem Weg zum Apartment machten wir einen kurzen Abstecher zum Dach. Auf dem Dach befinden sich ein Kindergarten und eine kleine Laufstrecke zum Sporttreiben.



Vor der Wohnung standen wir dann in einem sehr großen, aber untypisch dunklen Flur, auch genannt "Rue".



Aber auch hinter dem dunklen Flur steckt ein interessanter Gedanke: Le Corbusier hat die Rue mit Absicht so lichtarm gestaltet, damit sich die Bewohner dort nicht aufhalten, sondern in ihre Wohnung gehen, und der dunkle Flur einen Kontrast zu den lichtdurchfluteten Wohnungen bildet. Daher kommt auch der Name "La maison radieuse", was so viel heißt wie "Das lichtdurchflutete Haus". Jede Wohnung besteht aus zwei Etagen: es gibt drei Schlafzimmer, eine Toilette, ein Bad und ein Wohn-/Esszimmer. Die Wohnungen waren anhand eines sogenannten Modellmenschen geplant, das heißt die Möbelstücke waren an die Proportionen des Modellmenschen angepasst, um den Menschen ein schönes und angenehmes Leben in den Wohnungen zu ermöglichen.
Im Haus gibt es jedoch nicht nur Wohnungen, sondern auch den bereits erwähnten Kindergarten, eine Bücherei, einen Aufenthaltsraum und mehr.
Das Hochhaus in Rezé bei Nantes ist nicht das einzige Haus dieser Art, welches Le Corbusier gebaut hat. Zum Beispiel findet man in Berlin auch ein "Maison radieuse", sogar das größte, das er gebaut hat.
Heute steht das Gebäude unter Denkmalschutz. Es lebt in ungefähr 300 Wohnungen eine kunterbunte Mischung von etwa 800 Menschen.
Es war ein sehr interessanter Ausflug, den man wohl nicht so schnell vergessen wird!

Donnerstag, den 06.04.2017:
Wie jeden Tag trafen wir uns alle morgens vor dem Collège. Heute war der Tag, an dem wir das Schloss der Herzöge der Bretagne besichtigen sollten. Wir fuhren mit der Bahn zum Schloss, wo uns eine nette Dame empfing, die auch sehr gut Deutsch sprechen konnte. Sie war die Leiterin der Führung und erklärte uns alles über das Schloss und die Geschichte von Nantes.







Es war wunderschön zu sehen, was für einen Stil das alte Schloss hatte. Bei der Führung liefen wir auf der Schloss-Mauer herum, wodurch man einen wundervollen Blick über Nantes hatte.
Am Ende der Führung verabschiedeten wir uns alle mit einem großen Applaus. Nach einem kurzen Spaziergang zur ehemaligen Keksfabrik "LU" fuhren wir wieder zurück in die Schule, um dort zu Mittag zu essen.
Am Nachmittag waren wir zu einem Empfang im Rathaus von Chantenay, "unserem" Ortsteil von Nantes, eingeladen. Hier begrüßte uns die stellvertretende Bürgermeisterin von Nantes, Madame Hakem, gemeinsam mit einigen anderen Politikern. Auch die Schulleitung des Collège war zu diesem Termin mitgekommen, um unseren Austausch entsprechend zu würdigen.





Nachdem Madame Hakem eine kurze Rede über die Wichtigkeit des Austausches und der deutsch-französischen Beziehungen im Allgemeinen gehalten und zu Weltoffenheit und Toleranz aufgerufen hatte, gab es für alle eine kleine kulinarische Stärkung und ein paar Geschenke, bevor es wieder zurück in die Schule ging, wo anschließend die Siegerehrungen der Stadtrallye und des Sportturniers stattfanden.
Es war noch ein sehr toller Abend mit schönem Wetter und der Geburtstagsfeier von Nasira.

Freitag, den 07.04.2017:
Heimfahrt:
Heute war der Tag der Abreise und wir trafen uns alle schon morgens um 7 Uhr mit den Lehrern am Bahnhof von Nantes. Als wir dort dann müde und mit unserem Gepäck in der Bahnhofshalle standen, wurden wir traurig, da die schöne Zeit in Frankreich jetzt bald zu Ende sein würde und wir uns schon von den Austauschschülern und deren Eltern verabschieden mussten. Als der TGV nach Straßburg pünktlich um 7:26 Uhr abfuhr, waren viele sehr müde und schliefen noch ein Weilchen. Wir aßen unser Vesper, welches die Austauschschüler uns für die Fahrt mitgegeben hatten, spielten Stadt-Land-Fluss oder hörten Musik. Um ca. 13 Uhr kamen wir dann endlich in Straßburg an und ließen zuallererst unsere Koffer am Bahnhof einschließen, da wir hier drei Stunden Aufenthalt hatten und die Koffer nicht die ganze Zeit mitschleppen konnten. Als das erledigt war, machten wir uns auf den Weg in die Innenstadt von Straßburg, wo wir dann eine knappe Stunde Zeit hatten, um Souvenirs zu kaufen, etwas zu essen oder einfach die Sonne zu genießen. Als alle wieder versammelt waren, gingen wir zu Fuß zurück zum Bahnhof, holten dort unsere Koffer ab und mussten dann noch ein paar Minuten auf den Zug nach Stuttgart warten. Als der Zug dann kam und wir alle drinnen saßen, waren wir sehr fröhlich, da wir uns alle auf unsere Familien freuten. Wir kamen gegen 17:20 Uhr am Stuttgarter Hauptbahnhof an, wo unsere Familien schon auf uns warteten. Als alle begrüßt waren, verabschiedeten wir uns von Frau Weisenberger und Herrn Schlecht und fuhren dann nach Hause.



Artikel: Alle
Fotos: Frau Weiseberger; Katrin F.

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