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Chatillon 2019

Mittwoch, 15.05.19

Montag, der 08.04.2019, Anreisetag
Wir haben uns alle gemeinsam mit Frau Pohl-Michelfelder, Herrn Eppelsheimer und Frau Lolakas um 8:30 Uhr vor der Schule voller Vorfreude getroffen. Dann ging es auch schon mit dem Bus los nach Châtillon-sur-Seine.




Alle hatten reichlich Proviant für die lange Fahrt (7 Stunden) dabei. Während der Fahrt haben wir zwei Pausen gemacht, an denen wir viel Spaß hatten und uns die Beine vertreten haben.



Insgesamt waren alle während der Fahrt sehr gut gelaunt und die Atmosphäre war durchweg toll.
Nachmittags angekommen in Châtillon, wurden wir herzlich von unseren Austauschschülern empfangen und den restlichen Tag haben wir in den Gastfamilien verbracht. Dadurch hatten wir die Chance sie erst einmal alle kennenzulernen. So waren manche gemeinsam essen, haben die Gegend erkundet und vieles weiteres. Ein aufregender Tag voller neuer Eindrücke ging zu Ende und wir sind total müde ins Bett gefallen.

Dienstag, der 09.04.2019
Unseren ersten richtigen Tag in Frankreich haben wir mit einem gemeinsamen Frühstück in der Internatsmensa begonnen.





Anschließend hörten wir deutschen Austauschschüler einen Vortrag mit Herrn Surirey über Châtillon während des 2. Weltkrieges. Dabei sahen wir Bilder von der Zerstörung, welche die Deutschen anrichteten, da hier ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt war, der vielen Franzosen die Flucht ins "unbesetzte" Vichy-Frankreich ermöglichte.






Dies war besonders spannend, da wir am Nachmittag in der Stadtrallye viele der Plätze sahen, die einst vollkommen zerstört waren.
Dann wurden wir im Rathaus in Châtillon vom Bürgermeister mit einem kleinen Umtrunk empfangen und er gab einen kurzen Überblick über den Ort und bedankte sich bei den deutschen Gästen für ihren Besuch und ihr Interesse an Châtillon.



Nach einem gemeinsamen Mittagessen in der Mensa begannen wir bei Sonnenschein die Stadtrallye durch Châtillon, in der wir neben wichtigen Gebäuden und wunderschönen Orten (Quelle des Douix) vor allen Dingen auch die wichtigsten Denkmäler zum Ersten und Zweiten Weltkrieg kennenlernten.









Mittwoch den 10.04.2019:
Heute haben wir einen Ausflug nach Morvan gemacht. Zuerst sind wir mit dem Bus zu dem Museum des Widerstands von Saint-Brisson gefahren.





Dort haben wir dann eine Führung bekommen und haben außer über den französischen Widerstand viel über das Leben der Zivilbevölkerung im besetzten Frankreich gelernt. Nach dieser Führung durften wir etwas essen und picknicken. Nachdem alle gegessen hatten, ging es weiter mit dem Bus. Es ging zu dem See Saint Agnan. Dort angekommen liefen wir los. Eigentlich wollten wir dort noch eine Kapelle besuchen, in der sich früher Widerstandskämpfer ("Maquisards") versteckt hatten, aber wir drehten vorher um, weil wir schon eine ganze Weile gelaufen waren und nicht wussten, wie lange es bis dorthin noch ist und wir rechtzeitig zurück sein mussten.

Der Weg war sehr uneben und matschig, sodass man sich an das Leben der Widerstandskämpfer, die damals im Wald gelebt hatten, um sich vor den Deutschen zu verstecken, gut einfühlen konnte.



Während wir an dem See entlanggelaufen sind, hatten wir immer mal wieder eine schöne Sicht auf das gegenüberliegende Ufer. Nachdem wir wieder an dem Bus ankamen, ging es zurück zur Schule. Es war ein anstrengender, aber schöner Tag.



Tagesbericht für Donnerstag, den 11.04.2019
Wie gewohnt startete der Tag um 8.00 Uhr im Pausenhof des Lycées. Auf dessen Parkplatz wartete schon ein Bus, der uns nach Dijon bringen würde. Dijon ist die nächstgelegene größere Stadt im Umkreis von Châtillon-sur-Seine und die Hauptstadt der französischen Region "Burgund". Nach ca. eineinhalb Stunden erreichten wir dann auch unser Ziel.
Dort angekommen erhielten wir eine interessante Führung eines französischen Lehrers, die uns quer durch Dijon führte.



Vor einigen Häusern hielten wir an, denn dort waren zum Beispiel wichtige Einrichtungen der Deutschen während des zweiten Weltkriegs untergebracht. Zuvor wurden wir jedoch am Hauptbahnhof von Dijon über Männer, die Widerstand gegen die Deutschen geleistet haben informiert. Viele Menschen, die Widerstand geleistet haben, arbeiteten bei der Bahn, wie auch diese Männer. Heute erinnert dort eine Gedenktafel an diese Männer, die in Stuttgart umgebracht wurden.



Nach der Führung durften wir Dijon eigenständig in kleinen Gruppen erkunden. Glücklicherweise war es ein sonniger Tag, der nicht nur dazu einlud, die kleinen Geschäfte zu besuchen, sondern auch im "Jardin Darcy" zu entspannen.



Später trafen wir uns dort auch alle wieder um die Rückreise nach Châtillon-sur-Seine anzutreten. So ging ein aufregender Tag in der wunderschönen Stadt Dijon zu Ende, die weit mehr zu bieten hat als ihren berühmten Senf.



Freitag, 12.04 Abreisetag

Heute Morgen hatten wir einen zweistündigen Vortrag eines französischen Geschichtslehrers über die Nazis und deren ideologischen Bezug zur Natur, um ihre rassistische und sozialdarwinistische Propaganda zu untermauern. Danach waren wir im Musée de Châtillon, in dem die Vase von Vix ausgestellt ist – ein imposantes Fundstück eines Grabhügels aus der frühen Eisenzeit. Dort haben wir nicht nur gelernt, dass es schon im 6. und 5. Jahrhundert v. Chr. Handel der Menschen aus der Nähe des heutigen Châtillons mit dem Stuttgarter Raum gab, sondern auch, dass die Nazis die Geschichte so interpretiert haben, dass diese immer zu ihrer Ideologie passte. So wurde auch die Archäologie so missbraucht, dass man anscheinend unter bestimmten Umständen alle als "Arier" beweisen und belegen konnte.



Nach einem leckeren Mittagessen in der Kantine haben wir den Film "Au revoir les enfants" angesehen, der im besetzen Frankreich in einem katholischen Internat spielt, das drei jüdische Jungen vor den Nazis versteckt hält. Dazu haben wir einen Fragebogen durchgearbeitet, um den Sinn des Films ganz zu verstehen. Schon gleich danach war der Abschied mit Orangensaft und Kuchen, welcher von der Schulleitung für uns organisiert worden war und an dem auch die lokale Presse, Ehemaligenvertreter sowie viele am Austausch Beteiligte teilnahmen.



Nach einer aufregenden Woche stiegen wir in den Bus Richtung Heimat.



Wir bedanken uns ganz herzlich bei FrauGotthardt, Frau Lolakas, Frau Pohl-Michelfelder und Herrn Eppelsheimer für die Organisation und Begleitung und selbstverständlich ganz besonders bei unseren französischen Gastgebern. Au revoir et merci.
Artikel: Teilnehmer
Fotos: Katrin F.

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